Zurück nach Europa bis Almerimar

Unsere schöne Zeit in Marokko ist zu Ende gegangen.
Die Überfahrt nach Europa war mit sehr wenig Wind angekündigt. Die Vermutung war, dass wir mit der Strömung, welche beinahe Grundsätzlich Richtung Mittelmeer läuft, gut vorankommen. Entweder mit Segel oder unter Motor. Netter Versuch aber einerseits war zu wenig Wind und dann waren wir noch in der Gegenströmung zur Hauptströmung. In der Mitte der Meerenge von Gibraltar verlaufen Verkehrstrennungsgebiete für Großschiffe wo wir kleinen, wenn überhaupt, dann nur im 90 Grad Winkel queren dürfen. Wir hielten uns knapp an der Außengrenze und warteten vergeblich auf mitlaufende Strömung. Erst in der Lücke des Verkehrstrennungsgebietes, wo wir dann die Seite wechselten und zwischen den Großschiffen durchschlängelten, bekamen wir nach und nach mehr Schub. Später sind wir, immer noch ohne Wind mit Standgas fast 5 Knoten gefahren. Dies haben wir bis zum Affenfelsen von Gibraltar ausgenutzt. Hurra, es hat geklappt.

Einfahrt Bucht von Gibraltar

Zuerst sind wir in die Bucht reingefahren und haben unseren Ankerplatz vor La Linea in Spanien aufgesucht. Sehr schöner ruhiger Stelle. Ausruhen war erst auf dem Plan.
Am nächsten Tag sind wir in die Marina Club Maritimo Linense reingefahren. Kurzfassung, attraktiver Preis und nicht empfehlenswert. Haben uns in einen Platz für 8m Boote reingesteckt obwohl ich extra um einen großen Platz bei der Reservierung gebeten hatte. Auch alle anderen Berührungen mit dem Service waren wenig erfreulich. In Marokko haben wir uns dran gewöhnt, wie freundlich und hilfsbereit das Marine Personal und wie sauber und ordentlich eine Marina sein kann. Aber meckern wollen wir doch nicht, wir haben unseren Platz bekommen und mit dem Rest müssen wir uns arrangieren.
Zuerst begannen wir La Linea und später auch Gibraltar zu erkunden.

Die früheren Zeiten wo sich der Kauf von Elektronik in Gibraltar gelohnt hat sind vorbei. Wahrscheinlich nur noch für Alkohol und eventuell Zigaretten interessant. Trotzdem war der Bummel durch Gibraltar sehr schön. Für den vorletzten Tag hatten wir noch eine Wanderung auf den Affenfelsen geplant. Trotz der Höhenmeter wollten wir ihn komplett zu Fuß erkunden. Es ist uns gelungen und es hat sich gelohnt. Wir hatten einen anstrengenden aber auch sehr schönen Tag. Die Aussicht ist von vielen Punkten bombastisch, die Affen die dort frei rumlaufen waren, konnten wir gespannt beobachten .

Aussicht Richtung Flughafen und Marina

Steil nach oben

Vorsichtig vorbei

Alternative Route aufwärts. HEFTIG !

Blick Richtung Marokko

Zum Hochziehen von Geschützen

…und wieder abwärts

Abends zum Abschluss sind wir dann noch in einem einheimischen Restaurant in La Linea essen gewesen.
Am 5. Dezember haben wir uns von der Marina verabschiedet und sind wieder raus zu unserer Ankerstelle gefahren um am folgenden Tag „Gibraltar“ Richtung Almerimar zu verlassen.

Sonnenaufgang über La Linea / Gibraltar

Ausfahrt aus der Bucht

Der Wetterbericht sagte frischen, raumen Wind voraus mit Böen bis max. 33kn. Leider sollte dieser Wind später etwas drehen bzw. nachlassen. Soweit der Bericht, die Realität war leider weit davon entfernt.
Aus der Bucht sind wir im Morgengrauen rausgefahren, erst haben wir noch unsere Tanks mit preiswerten Diesel aus England voll getankt.
Anfangs war der Wind eher etwas zu wenig aber wurde zügig mehr. Aus den anfänglichen 3kn Fahrt wurden dann nur unter Genua konstant über 8kn, in der Spitze über 9kn bei gut über 40kn Wind.

So schnell mussten wir nicht sein. Laut Wetterbericht sollte in Küstennähe weniger Wind sein daher haben wir den Kurs nördlicher gewählt und die Genua gerefft. So sind wir 6-7 kn gefahren.
In der Nähe der Küste wurde es dann zweimal merkwürdig…wir bekamen auf einmal Nordwind in Sturmstärke und ablandige Wellen von Rund 2,5m. Wir haben uns entschieden, die Genua zurück zu rollen und unter Motor gegen die Wellen Richtung Küste zu fahren. Dadurch konnten wir auch den Fetsch (Erklärung: Windlauflänge über Wasser ergibt hohe Wellen, weniger Wasserfläche = weniger Welle) verkleinern. Es war weiterhin sehr ungemütlich aber dafür wirkungsvoll. Nahe der Küste waren die sehr schnell aufeinanderfolgenden Wellen (2 x sind wir „gesprungen“ und div. Male war der Propeller in der Luft) so flach dass sie nicht mehr relevant waren. Wir haben die Genua wieder stark gerefft gesetzt und sind „fast“ parallel zur Küste gefahren. Dieses Fast hat dann später zu den Problem geführt dass wir nach und nach wieder Abstand zur Küste bekommen haben. Unsere Vermutung war dass dieser ablandige Starkwind mit den dazugehörigen Wellen ein Einzelphänomen war. Leider wurde unsere Hoffnungen nicht erfüllt…. Ein paar Stunden später waren wir in der gleichen Lage. ´Also Segel wieder runter und wieder gegen Wind und Dünung Richtung Küste. Den Rest der Nacht hatten wir vom Segeln die Nase voll und sind nahe der Küste motort. Morgens haben wir Caleta de Velez erreicht. Anfangs war es geplant dort einen Tag zu bleiben und sich nach dem bisheriger Fahrt zu erholen.

Das Wetter meinte aber es aber gut mit uns und wir haben ein wundervolles Segelwetter mit Sonne bekommen. Wir nutzten die Möglichkeit und nahmen Kurs Richtung Motril auf. Die Hälfte des Tages sind wir entspannt gesegelt (was lt. aktuellem Wetterbericht aufgrund Ostwind nicht möglich sein sollte aber er kam Real aus West) und den Rest war der Motor an. Die Ankerstelle von Motril ist nicht besonders schön vor der Mole aber funktional. Außerdem waren wir hundemüde undwolltennurnochschnellankommen. Die restliche Strecke bis Almerimar sind wir größtenteils motort aber es war ein sehr entspannter Tag. Vor Almerimar haben wir noch einen Abend vor Anker genossen und Doro ist sogar kurz ins Wasser gegangen.

Sonnenuntergang Anker Almerimar

Es war sehr kurz weil das Wasser schon relativ kalt war. Wir haben uns ein Platz direkt vor dem Strand an der Marina ausgesucht. Dort war sehr wenig Platz und nicht besonders tief aber für Desi kein Problem. Am nächsten Tag sind wir gemütlich reingefahren, haben Kontakt per Funk aufgenommen und wurden sehr nett und kompetent empfangen. Almerimar ist eine preiswerte, sehr große Marina. Hier wollen wir erst einmal längerfristig bleiben. Desi steht direkt an der Straße Mitten in der Stadt.

Unser Platz in der Marina

Abendstimmung im Hafen

Wir haben uns hier erst einmal häuslich eingerichtet und angefangen die Gegend zu erkunden, die Wäsche zu waschen und andere Segler kennenzulernen. Hier ist es sehr nett und wir haben schon viele neue Leute getroffen.

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